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Stalin und die Russlanddeutschen

Ich habe aus zweierlei Gründen entschieden, damit anzufangen. Erstens bin ich selber ein Russlanddeutscher, und zweitens ist das, was uns widerfahren ist bestialisch, und dass das verheimlicht wird, macht es nicht gerade besser. Im vorraus zu den geschichtlichen Hintergründen: Russlanddeutsche kamen 1763, nachdem Katharina die Große sie gerufen hatte, um die unendlichen Weiten Russlands zu besiedeln. Sie versprach ihnen Steuervorteile, autonomes Verwaltungs- und Schulwesen, Religionsfreiheit und Befreiung vom Militärdienst. Doch was hat Stalin damit zu tun, fragen sich jetzt die meisten Leser. Was am 22. Juni 1941 geschah, weiß jeder. Die Wehrmacht überfiel die UdSSR. Was jedoch am 28. August desselben Jahres geschah, wissen nur die wenigsten. Es begann die Deportation alles Russlanddeutschen nach Sibirien bzw. nach Turkmenistan, da ihnen die Kolaboration mit dem Feind vorgeworfen wurde. Im Sommer mussten die deutschen Männer Bäume fällen. Wer noch genug gefällt hatte, der wurde an einen Baum gekettet. Am nächsten Tag war er tot. Von Mücken leergesogen, nicht, weil das irgendwelche Mutanten sind, sondern weil es dort einfach so unfassbar viele von ihnen gibt. Meiner Meinung nach ist das sogar schlimmer als eine Gaskammer (wobei ich diese natürlich nicht verharmlosen will!)! Mein Opa (mütterlicherseits) wurde am 02. Oktober 1941 in einem Viehwagon, der auf dem Weg nach Sibirien war, geboren. Er wuchs in mit einigen Geschwistern in einem Straflager auf, musste als Ziegenhirte arbeiten, um die Familie zu ernähren, weil der Vater im Gefängnis saß. Sein Opa August verhungerte, um ihn und seine Geschwister durchbringen zu können. Russische Kinder haben meinem Großvater einmal fast den Finger abgeschnitten, ein anderes mal haben sie ihn fast getötet, nur, weil er Deutscher ist! Und wer denkt daran? Niemand! Es gibt weder Sendungen noch Filme noch wirklich bakannte Bücher darüber. Aber es muss natürlich jedes Jahr MINDESTENS ein Film über Nazis rauskommen... Ich behaupte nicht, Nazis seien gut, nein, überhaupt nicht, aber Stalin und die Kommunisten waren, vor allem uns Deutschen gegenüber, VIEL grausamer! Stalin schickte 13,5 Mio. (das sind UNBESTÄTIGTE Zahlen, sprich, sie sind wahrscheinlich um einiges größer!) seiner eigenen Leute im 2. Weltkrieg in den Tod. Können sie sich vorstellen, wie er mit "Feinden" umgegangen ist? Als mein Opa noch ein kleiner Junge war, musste er einmal im Jahr zum leitenden KGBler und zugeben, dass er ein deutscher Spion ist. Ein kleiner, unschuldiger Junge! Aufgewachsen in einem Straflager! ERNSTHAFT!? Aber wie gesagt, es kümmert so gut wie niemanden. Leute, die nicht "zugeben" wollten, dass sie deutsche Spione sind, wurden auf brutalste Art und Weise gefoltert! Nur, weil sie Deutsche waren! Wir müssen endlich damit aufhören, die Opfer der anderen zu beweinen, und damit anfangen, unsere eigenen anzuschauen. Denn unsere Vergangenheit ist das, was uns definiert. Und wenn die Definition schon falsch ist, wie soll es dann erst weitergehen?

21.1.14 22:59

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